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BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante
BdS-Hauptgeschäftsführerin Andrea Belegante

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Belegantes Blog: „Wir stehen als konstruktiver und verantwortungsvoller Branchenexperte bereit“

Das Wahlergebnis vom vergangenen Sonntag ist, wie im Vorfeld erwartet, sehr eng ausgefallen. Nun sind die Verantwortlichen der Politik gefragt, schnell eine stabile Regierung mit Mut, Lust und Zuversicht auf die Zukunft zu bilden.

Denn gerade dem deutschen Mittelstand – zu dem unsere rund 830 Unternehmen ganz überwiegend zählen – stehen große Herausforderungen bevor. Unsere Mitglieder leiden nach wie vor unter den Folgen der Coronapandemie. Dazu gehören insbesondere erhebliche Umsatzverluste sowie eine unklare Pandemieentwicklung im beginnenden Herbst. Darüber hinaus spielen aber auch die zunehmende Bürokratie, die Steuerbelastung des Mittelstandes, Arbeitskräftemangel und die Zukunft der Sozialpartnerschaft eine Rolle.

Gerade die Sozialpartnerschaft steht für uns ganz oben auf der Prioritätenliste und wir erwarten ein klares Bekenntnis der neuen Regierungskoalition zur Rolle der Sozialpartner. Wir sind seit Jahren verlässlicher Tarifpartner, alle unsere Mitgliedsunternehmen verpflichten sich zur Tarifbindung. Es wäre schon ein heftiger Schlag, wenn diese Verantwortungsbereitschaft nun durch eine gesetzliche Mindestlohnerhöhung, außerhalb der in der Mindestlohnkommission festgelegten Regeln, konterkariert werden würde. Deshalb plädieren wir hier strikt für die Beibehaltung der Aufgaben, des Inhalts und des Charakters der Mindestlohnkommission – nämlich wohl abgewogene Vorschläge zur gesetzlichen Mindestlohnentwicklung zu machen, die sich nachlaufend an der gesamtwirtschaftlichen Tariflohnentwicklung orientiert.

Ein zweites wichtiges Thema für uns ist die Rückkehr auf einen Erholungs- und Wachstumspfad für die (System-)Gastronomie. Noch immer leiden unsere Mitglieder unter enormen Umsatzverlusten von mitunter 30% und mehr. Auch für das nächste Jahr werden uns noch immer keine bis sehr niedrige Wachstumszahlen prognostiziert. Darum ist eine dauerhafte Beibehaltung der Mehrwertsteuersenkung – gerade auch unter Einbeziehung der Getränke – über 2022 hinaus so wichtig. Das wäre ein konjunkturelles Anreizinstrument für die Verbraucherinnen und Verbraucher und gleichzeitig würde es unsere mittelständischen Unternehmen in die Lage versetzen, wirtschaftliche Verluste wieder auszugleichen sowie Arbeitsplätze zu sichern und neue aufzubauen.

Ich will aber nicht verschweigen, dass sich auch die Systemgastronomie auf Veränderungen wird einstellen müssen. Konkret für meine Branche werden das Regelungen im Bereich der EU-Plastikrichtlinie, die Reduktion von Einwegplastikgetränkebechern und die Umstellung auf alternative Materialien sein. Wir wissen das und wir gehen diese Entwicklungen konsequent und proaktiv an. Wir setzen hier auf Innovation und Erfindergeist. Beispielsweise wurde das Projekt „CoffeeCup Paper“ gerade erst mit unserem Preis der Deutschen Systemgastronomie 2021 für eine technologische Innovation zur besseren Recyclingfähigkeit von Getränkebechern ausgezeichnet.

Zu meinem Verständnis eines offenen Dialogs gehört es, auch eigenes Optimierungspotential zu erkennen und zu benennen. Gleichzeitig verspreche ich mir von der Politik dann aber Verständnis für branchenspezifische Themen und Hürden. Diese Überzeugung ist mein Antrieb, gemeinsam mit Politik, Medien, Gesellschaft und NGOs zu diskutieren und immer auf der Suche nach Lösungen zu sein. Wir stehen als konstruktiver und verantwortungsvoller Branchenexperte bereit.

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Sabine Jürgens

Sabine Jürgens

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