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WMF-Kaffeekultur international: Ecuador - Spitzenqualität unter schwierigen Umständen

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WMF-Kaffeekultur international: Ecuador - Spitzenqualität unter schwierigen Umständen

Ob Kolumbien, Brasilien oder Nicaragua – viele lateinamerikanische Länder werden international mit hochwertigem Kaffee in Verbindung gebracht. Das im Nordwesten des südamerikanischen Kontinents gelegene Ecuador gehört hingegen meist nicht dazu. Weder genießen die Arabica- und Robusta-Varietäten aus dem kleinen Andenstaat einen so exzellenten Ruf wie vergleichbare Bohnen aus dem Nachbarland Kolumbien, noch können die Produktionskapazitäten mit denen Brasiliens mithalten. Nichtsdestotrotz gibt es auf den ecuadorianischen Anbauflächen einiges zu entdecken: Kaffee aus Ecuador zeichnet sich durch eine intensive Süße sowie fruchtige Aromen aus und stellt somit eine spannende Alternative zu anderen Anbauregionen dar. Doch nicht nur als Erzeugerland ist die Republik zwischen Pazifik und Amazonasbecken relevant für Kaffeekenner. Instant-Produkte prägen die ecuadorianische Kaffeekultur zwar bis heute, verschiedene traditionelle sowie moderne Zubereitungsarten sorgen aber dennoch für eine breite Auswahl an Kaffeespezialitäten im ganzen Land. Einheimische und Touristen finden so gleichermaßen vielfältige Kreationen, die ihren geschmacklichen Vorlieben entsprechen. WMF Professional Coffee Machines unterstützt diese Vielfalt mit moderner Maschinentechnik, die vom lokalen Partner Equindeca vertrieben wird.

Eine wechselhafte Geschichte
Die Geschichte des Kaffeeanbaus in Ecuador beginnt Mitte des 19. Jahrhunderts. Nachdem das Land 1821 seine Unabhängigkeit von der spanischen Krone erklärte, verbreiteten sich Coffea-Pflanzen seit den 1860er-Jahren rasant auf den ecuadorianischen Anbauflächen. Erste Kaffeeexporte nach Europa fanden bereits 1905 statt, und spätestens als in den 1920ern ein Großteil der Kakaopflanzen in Ecuador einer aggressiven Krankheit zum Opfer fiel, wurde Kaffee zum dominierenden landwirtschaftlichen Produkt.(1) Diese wichtige Rolle für die Wirtschaft des südamerikanischen Landes sollte über viele Jahrzehnte anhalten, erlebte jedoch seit den Achtzigerjahren einen dramatischen Wandel. Sinkende Weltmarktpreise für Rohkaffee machten die Ernte für viele ecuadorianische Kaffeebauern unrentabel, weswegen Anbauflächen immer häufiger unbestellt blieben. Dieser Trend setzte sich auch in den Neunzigern und frühen Zweitausenderjahren fort – so fiel die Produktion allein zwischen 1997 und 2002 um mehr als 500.000 Zentner. (2)

Erschwerte Bedingungen für Kaffeebauern
Einen nicht zu unterschätzenden Anteil am Rückgang der Kaffeeindustrie in Ecuador hatte zudem der Nationale Kaffeerat COFENAC (Consejo Cafetalero Nacional). Die staatliche Organisation, der unter anderem der Landwirtschaftsminister sowie verschiedene Vertreter der Kaffeeindustrie angehören, wurde zwar mit dem erklärten Ziel gegründet, für mehr Wettbewerbsfähigkeit auf dem Weltmarkt zu sorgen(3) – konnte diesen Anspruch jedoch nie wirklich erfüllen. Insbesondere fällt auf, dass bei vielen Entscheidungen der COFENAC die Interessen der Instant-Kaffee-Hersteller im Vordergrund zu stehen scheinen. So wurde beispielsweise die Einfuhr von günstigem vietnamesischem Kaffee genehmigt, anstatt die Produktion vor Ort zu stärken.(4) Zusätzlichen Einfluss auf den Kaffeeanbau in Ecuador hatte außerdem die Einführung des US-Dollars als offizielle Landeswährung. Die im Jahr 2000 erfolgte Währungsreform stabilisierte die zuvor taumelnde Wirtschaft des Landes, sorgte jedoch für ein – im lateinamerikanischen Vergleich – hohes Einkommensniveau. Für Händler und Röster bedeutete dies wiederum relativ hohe Kosten, die allerdings nur selten durch entsprechende Kaffeequalität gerechtfertigt wurden.(5)

Robusta für die Industrie, Arabica für Kenner
Diese besonderen Umstände, in Verbindung mit einem ungewöhnlichen Importgesetz, verschlechterte die Situation der ecuadorianischen Kaffeebauern zusätzlich. Das sogenannte „Regimen 21“ erlaubt es Unternehmen, bestimmte Rohstoffe steuerfrei einzuführen, um sie direkt weiterzuverarbeiten. Genutzt wird diese Sonderregelung praktisch ausschließlich von Instant-Kaffee-Herstellern, die günstige Bohnen aus Brasilien, Vietnam und Co. importieren, weiterverarbeiten und ihre Produkte anschließend national und international vertreiben können. Großer Beliebtheit erfreut sich dieser, als „ecuadorianisch“ gelabelte Instant-Kaffee vor allem in Deutschland und Russland.(6) Doch auch unter den Einheimischen ist das Convenience-Produkt äußerst populär: Wer in Quito, Guayaquil oder Santo Domingo einen Kaffee bestellt, bekommt in vielen Fällen eine Tasse heißes Wasser oder Milch serviert, in die dann nach Geschmack granulierter Kaffee eingerührt werden kann.(7)

Der starke Fokus auf Instant-Kaffee trägt zu einer weiteren Besonderheit des Kaffeeanbaus vor Ort bei: Als eines von nur wenigen Ländern, produziert Ecuador sowohl Robusta- als auch Arabica-Varietäten. Erstere werden in den niedriger gelegenen Regionen Guayas, Manabí und Pichincha angebaut und finden vorrangig Verwendung in löslichem Kaffee. In der bergigen Provinz Loja dominieren hingegen Arabica-Varietäten wie Typica, Bourbon oder Catuai. Sie genießen bei Kaffeekenner auf der ganzen Welt einen guten Ruf und überzeugen mit einer leichten Säure und angenehmer Süße.(8)

Neue Ansätze mit Fokus auf Qualität
Trotz des stetigen Rückgangs der Kaffeeproduktion in den vergangenen Jahren und einer in vielerlei Hinsicht ungünstigen Lage für die verbliebenen Kaffeebauern Ecuadors, gibt es dennoch Gründe zur Zuversicht. Sowohl bezüglich des Anbaus als auch der Kaffeekultur im Allgemeinen, erlebte das Land im Norden der Anden in den letzten Jahren bemerkenswerte Veränderungen. Angetrieben wird dieser Wandel von einer Generation junger Kaffeeenthusiasten, die mit Leidenschaft und Know-how eine neue Wertschätzung für hochwertige Specialty-Coffees und deren Zubereitung etablieren möchten. Bezüglich des Anbaus sind die Voraussetzungen hierfür annähernd perfekt: Nährstoffreiche, vulkanische Böden, ganzjährige Temperaturen zwischen 20 und 30 Grad Celsius, Niederschlagsmengen von durchschnittlich 1.600 Millimetern pro Quadratmeter in der Regenzeit sowie optimale Höhenlagen. Um diese Bedingungen bestmöglich zu nutzen, vertrauen zunehmend mehr Kaffeebauern auf moderne Anbaumethoden und investieren in entsprechende Technik. Unterstützt werden sie dabei von verschiedenen staatlichen und privaten Organisationen. Diese Herangehensweise erlaubt ihnen, auch ausgefallenere Arabica-Varietäten wie Geisha oder SL-28 in Spitzenqualität zu produzieren.(9) Ausdruck fand dieser neu entdeckte Qualitätsgedanke mit der erstmaligen Verleihung des renommierten „Cup of Excellence“ in Ecuador im Jahr 2021. Mit einer Bewertung von 90,39 Punkten bewies hier ein Kaffee der Varietät „Typica Mejorado“ aus der Loja-Region eindrucksvoll, wie hochwertig ecuadorianische Kaffees sein können. Auch der zweit- und drittplatzierte Teilnehmer stammten aus der südlichen Provinz an der Grenze zu Peru.(10)

Zwischen Instant-Kaffee und „Third Wave“-Cafés
Unter internationalen Kaffeeexperten sind Specialty-Coffees aus Ecuador dementsprechend längst als spannende Alternative zu Bohnen aus anderen renommierten Anbaugebieten etabliert. Zurückführen lässt sich dies auch auf ein distinktiv „ecuadorianisches“ Geschmacksprofil. Dieses zeichnet sich durch eine einzigartige Süße mit Marmeladen-Noten aus, welche von einer zurückhaltenden Säure abgerundet wird, die an Steinfrüchte wie Pfirsiche, Aprikosen oder Pflaumen erinnert.(11) Im Herkunftsland selbst entdecken ebenfalls immer mehr Menschen ihre Vorliebe für die exzellenten Kaffees ihrer Heimat. Löslicher Instant-Kaffee ist zwar immer noch weit verbreitet, bekommt allerdings zunehmend Konkurrenz durch Kaffeespezialitäten nach europäischem und US-amerikanischem Vorbild. Trendige Coffee-Shops und „Third Wave“-Cafés finden – zumindest in den größeren Städten – immer größere Verbreitung und sind bei jungen Ecuadorianern ebenso beliebt wie bei Touristen. Von Cappuccino mit perfektem Milchschaum bis hin zu Cold Brew finden sich zwischen Quito und Cuenca so Kaffeekreationen für jeden Geschmack.(12)

Vor allem Besucher aus dem Ausland sollten sich bei all der Auswahl jedoch einen Kaffee nach traditioneller Zubereitungsart nicht entgehen lassen. In kleineren Restaurants und Bars sowie abseits der Großstädte bekommen Gäste etwa auch heute noch häufig „Café Pasado“ serviert. Hierbei handelt es sich nicht um einen klassischen Filterkaffee, wie die wörtliche Übersetzung des Namens vermuten lässt. Stattdessen wird das Kaffeemehl, ähnlich wie Tee, in einem feinmaschigen Stoffbeutel in heißes Wasser gehängt. Eine traditionellere Variante des Instant-Kaffees findet sich zudem häufig in Form der „Esencia de Café“. Die dickflüssige, tiefschwarze Kaffeeessenz steht meist in kleinen Fläschchen auf dem Tisch bereit und kann nach Belieben in Milch oder Wasser eingerührt werden.(13)

WMF in Ecuador
Wo Kaffeequalität hohe Relevanz hat, ist Maschinentechnik aus Geislingen an der Steige selbstverständlich nicht weit. WMF Professional Coffee Machines ist bereits seit gut sechs Jahren auf dem ecuadorianischen Markt präsent. Der lokale Handels- und Servicepartner Equindeca bietet seinen Kunden hier die hochwertigen Kaffeevollautomaten „Made in Germany“ an, die an unterschiedlichsten Orten zum Einsatz kommen. Internationale Hotels, die in ihren Restaurants Kaffee in Spitzenqualität servieren möchten, sind dabei ebenso vertreten wie einheimische Premium-Coffee-Shops und eine der größten Eiscafé-Ketten des Landes. Dem jeweiligen Bedarf und Konzept entsprechend, versorgt der Handelspartner Gastronomen mit sämtlichen Maschinen aus dem WMF-Portfolio, wobei sich die leistungsstarke WMF 5000 S und deren Nachfolgemodell WMF 5000 S+ besonderer Beliebtheit erfreuen. Equindeca ist mit seinen Vertretern und Service-Technikern in ganz Ecuador präsent und betreibt zudem drei Stores – in Guayaquil, Quito und am Hauptsitz in Cuenca – in denen die Maschinen präsentiert werden. Innovative Technik und Kaffeeexpertise von WMF Professional Coffee Machines tragen somit ebenfalls zur sich weiterentwickelnden Kaffeekultur in Ecuador bei.

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Fussnoten
1 Kaffeezentrale, Ecuador (https://www.kaffeezentrale.de/ecuador)
2 Equal Exchange, History of Coffee in Ecuador (https://equalexchange.coop/history-of-coffee-in-ecuador)
3 Agroscopio.com, COFENAC (https://agroscopio.com/directorio/consejo-nacional-cafetalero/)
4 Equal Exchange, History of Coffee in Ecuador
5 Perfect Daily Grind, Why does Ecuador import so much coffee? (https://perfectdailygrind.com/2022/01/why-does-ecuador-import-so-much-coffee/)
6 Perfect Daily Grind, Why does Ecuador import so much coffee?
7 Not your average American, Drinking Coffee in Ecuador (https://notyouraverageamerican.com/coffee-in-ecuador/)
8 Fresh Farmer, What do we know about Ecuador and its coffee culture? (https://www.freshfarmer.com/coffee-ecuador/)
9 Perfect Daily Grind, 5 Reasons Why Specialty Coffee is Taking Off in Ecuador (https://perfectdailygrind.com/2016/06/5-reasons-why-specialty-coffee-is-taking-off-in-ecuador/)
10 Global Coffee Report, First Ecuador Cup of Excellence reveals Loja has promising coffee region (https://www.gcrmag.com/first-ecuador-cup-of-excellence-reveals-loja-has-promising-coffee-region/)
11 Perfect Daily Grind, Origin Spotlight: Exploring Ecuador’s Specialty Coffee (https://perfectdailygrind.com/2018/10/origin-spotlight-exploring-ecuadors-specialty-coffee/)
12 Perfect Daily Grind, 5 Reasons Why Specialty Coffee is Taking Off in Ecuador
13 Not your average American, Drinking Coffee in Ecuador

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